ICD‑10-Diagnosen ab 2026: Was Zahnärzt:innen in Österreich wissen müssen

von | 14. Juni 2025

Ab dem 1. Jänner 2026 müssen auch Zahnärzt:innen in Österreich Diagnosen nach dem internationalen ICD‑10‑System codieren. Diese Änderung betrifft alle ambulanten Leistungen außerhalb von Spitälern und bringt neue Anforderungen im Praxisalltag mit sich.

Warum die Änderung?

Die gesetzliche Grundlage bildet das Vereinbarungsumsetzungsgesetz 2024 sowie die überarbeitete Gesundheitsdokumentationsverordnung (GD-VO).
Ziel ist eine einheitliche, digitale Erfassung von Diagnosen – für bessere Statistik, Versorgung und Abrechnung.

Was bedeutet das für Ihre Praxis?

Ab 2026 dürfen Diagnosen nicht mehr frei in Textform eingegeben werden. Stattdessen muss ein ICD‑10‑Code vergeben werden, der die Diagnose eindeutig beschreibt.
Um das zu erleichtern, wird ab 2025 ein digitales Codierservice zur Verfügung stehen. Dieses wandelt Freitextdiagnosen automatisch in ICD‑10‑Codes um – basierend auf SNOMED‑CT.

Vergleich: Bisher vs. ab 2026

Derzeit Ab 2026
Freitextdiagnosen (z. B. „Parodontitis“) Verpflichtender ICD‑10‑Code (z. B. K05.3)
Keine Systemprüfung Automatisiertes Codiersystem erforderlich
Übliche Praxissoftware ausreichend Software muss ICD‑10‑Codierung unterstützen

Was Sie jetzt tun sollten

  1. Informieren Sie sich rechtzeitig: Verfolgen Sie Infos der Zahnärztekammer, Ärztekammer und Softwareanbieter.
  2. Pilotphase 2025 nutzen: Testen Sie das Codierservice in Ihrer Praxis – kostenlos und unverbindlich.
  3. Software prüfen: Klären Sie mit Ihrem Anbieter, ob die Codierfunktion rechtzeitig eingebaut wird.
  4. Team vorbereiten: Schulungen oder kompakte Übersichten („ICD‑10‑Spickzettel“) können helfen, häufige Diagnosen schneller zuzuordnen.

Welche Vorteile bringt das?

  • ✓ Einheitliche Dokumentation für alle Gesundheitsberufe
  • ✓ Bessere Auswertbarkeit und Transparenz
  • ✓ Weniger Rückfragen bei Abrechnungen
  • ✓ Zukunftssicherheit im digitalen Gesundheitssystem

🕐 Der Startschuss fällt am 1. Jänner 2026. Die freiwillige Testphase läuft bereits ab 2025.

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